Die folgenden, auf Spanisch geschriebenen Verse entstanden vor über achtzig Jahren in Argentinien und wurden nach ihrer Vertonung als Lied weltbekannt. Sie enthalten eine starke religiöse Komponente, weshalb ich sie hier zitiere. Der Text ist ein Rückblick auf ein anfangs schönes, später unglücklich verlaufenes Leben und gibt den endgültigen Abschied von alten Freunden wieder. - Ein Video nach einer historischen Aufnahme mit Carlos Gardel, 1887-1935, dem seinerzeit berühmtesten Tango-Sänger Argentiniens, findet man hier bei YouTube.

Adiós muchachos       (Text aus: http://www.hlmtango.com/letras-de-tango/a/1/adios-muchachos/)

Música: Julio César Sanders
Letra: César Vedani

Adiós, muchachos, compañeros de mi vida,
barra querida de aquellos tiempos.
Me toca a mí hoy emprender la retirada,
debo alejarme de mi buena muchachada.
Adiós, muchachos. Ya me voy y me resigno...
Contra el destino nadie la talla...
Se terminaron para mí todas las farras,
mi cuerpo enfermo no resiste más...

Acuden a mi mente
recuerdos de otros tiempos,
de los bellos momentos
que antaño disfruté
cerquita de mi madre,
santa viejita,
y de mi noviecita
que tanto idolatré...
¿Se acuerdan que era hermosa,
más bella que una diosa
y que ebrio yo de amor,
le di mi corazón?
mas el Señor, celoso
de sus encantos,
hundiéndome en el llanto
me la llevó.

Es Dios el juez supremo.
No hay quien se le resista.
Ya estoy acostumbrado
su ley a respetar,
pues mi vida deshizo
con sus mandatos
al robarme a mi madre
y a mi novia también.
Dos lágrimas sinceras
derramo en mi partida
por la barra querida
que nunca me olvidó
y al darles, mis amigos,
mi adiós postrero,
les doy con toda mi alma
mi bendición...


Übersetzungsversuch nach einer automatischen Rohübersetzung:

Lebt wohl, Jungs, Kameraden meines Lebens, in all' den Jahren liebgewordener Freundeskreis. Heute ist es an mir, Abschied zu nehmen. Trennen muß ich mich von guter Gemeinschaft. Lebt wohl, Jungs. Ich gehe jetzt und ziehe mich zurück ... Gegen das Schicksal kann niemand etwas machen. ... Alle Fêten sind für mich zu Ende; mein kranker Körper hält sie nicht mehr aus ... Meinem Geist entgegen eilen Erinnerungen an andere Zeiten, an die schönen Augenblicke, die ich einst, ganz nah bei meiner Mutter, der heiligen alten Frau, und meiner Freundin genossen habe, die ich so sehr verehrte. Erinnert ihr euch, dass sie schön war, schöner als eine Göttin, und dass ich, liebestrunken, ihr mein Herz gab? Aber der Herr, eifersüchtig auf ihren Charme, nahm sie mir; in Tränen ging ich unter. Gott ist der oberste Richter. Keiner kann ihm widerstehen. Jetzt gewöhne ich mich daran, sein Gesetz zu beachten, da mein Leben durch seine Befehle zerstört ist und mir meine Mutter und meine Braut genommen wurden. Zwei aufrichtige Tränen vergieße ich bei meinem Weggang aus der geliebten Gemeinschaft, die mich nie vergessen hat. Und wenn ich euch nun, meine Freunde, von ganzer Seele das letzte Lebewohl sage, gebe ich euch meinen Segen.

Anmerkungen:
Manche Wörter haben im südamerikanischen Spanisch eine andere Bedeutung als im europäischen. Hierzu gehören die Wörter "barra" in der zweiten und "muchachada" in der vierten Liedzeile. Im europäischen Spanisch bedeutet "barra" in erster Linie "Stange", "Stab" u. ä., aber auch "Theke" oder "Bar". Im Südamerikanischen bedeutet es zusätzlich auch "organisierte Fan-Gemeinde" (etwa beim Sport, insbes. Fußball). Ich übersetze es hier beim ersten Mal mit "Freundeskreis" und weiter unten mit "Gemeinschaft".
"Muchachada" kommt im europäischen Spanisch anscheinend nicht vor (jedenfalls ist es in meinem Langenscheidt-Wörterbuch nicht enthalten) und bedeutet in Südamerika "Gruppe von muchachos", d. h. von Jungen oder jungen Männern.
Beide Hinweise verdanke ich einem Mitglied des Internetforums Matheplanet. Der Betreffende, der mir schrieb, wuchs in einer deutschsprachigen Familie in Chile auf und kennt sich im dortigen Spanisch aus. (Er ergänzt: "In meinem Langenscheidt-Handwörterbuch von 1981 entdecke ich bei 'barra' unter anderem die Bedeutungen 'Zuschauer' (südamerikanisch) und 'Freundeskreis' (argentinisch), was der Sache um einiges näher kommt. Natürlich nicht ganz, den die Barra bilden nicht irgendwelche beliebige Zuschauer, sondern solche, die ihre Mannschaft anfeuern.")

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