Was sind Heiden?

Diese Bezeichnung findet man oft in der Bibel. Gemeint sind damit vor allem Fremde, die nicht an den Gott der Juden und Christen glauben, sondern an mehrere Götter und "Götzendienst" betreiben. Das im Deutschen für sie gebräuchliche, dem lateinischen paganus für "ländlich, dörflich" entsprechende Wort "Heide" soll von dem gleichlautenden für eine ausgedehnte, unbebaute, einsame Gegend herrühren. Die weit draußen und abgeschieden für sich lebten: sie galten der Stadtbevölkerung als ungebildet und zurückgeblieben, als Menschen, die vom "wahren" Gott und vom "richtigen" Glauben keine Ahnung hatten.
Heiden in größerer Anzahl, in festen Stammesverbänden oder ganzen Völkern, wurden als Feinde angesehen und bekämpft. Fühlte man sich stark genug, wurden sie angegriffen und im Falle des Sieges aus ihrer Heimat vertrieben oder, einschließlich der Frauen und Kinder, umgebracht. Dies berichtet an vielen Stellen das Alte Testament. Die Angriffe und der weitere Verlauf entsprachen, so glaubte man, Gottes Willen. Sein Gebot: "Du sollst nicht töten!" blieb bei der Verfolgung und Vernichtung der Heiden unbeachtet. Gedanken- und mitleidslos triumphierend wird bis heute der Eroberung von Jericho gedacht, in Predigten und einem fast zum Schlager verkommenen, religiösen Lied "christianisierter" amerikanischer Negersklaven.
Nach dem Auftreten und Wirken Jesu kam die Heidenmission hinzu, d. h. der Auftrag, die nicht an Gott und Christus Glaubenden mit Worten und auf freiwilliger Basis für sie zu gewinnen. Dies schlug jedoch oftmals fehl. Zwangstaufen und blutige Auseinandersetzungen mit denen, die sich nicht missionieren lassen wollten, sondern an ihrem alten Glauben festhielten, waren in bestimmten Gegenden, so auch bei uns, über längere Zeiträume häufig. Sie widersprachen nicht nur dem gesunden Menschenverstand, denn niemand kann unter Zwang etwas glauben, von dem er im Grunde nicht überzeugt ist, sondern auch der Bibel, vgl. Matth. 15,7-9. Erzwungener Glaube und Gottesdienst sind wertlos. Jesus warb um Menschen, daß sie zum Glauben kämen; er machte ein liebevolles Angebot und drängte sich nicht auf: Matth. 11,28-30

Weiteres über Heiden, auch im Zusammenhang mit den von den Griechen so genannten "Barbaren", über Heidentum und sogar Neuheidentum findet man bei Wikipedia

Seit einiger Zeit wird statt des anscheinend als kränkend empfundenen Ausdrucks "Heiden" öfter das Wort "Völker" verwendet. Selber scheue ich nicht vor dem Gebrauch des Wortes "heidnisch" zurück. Zum Beispiel sind für mich der weihnachtliche Tannenbaum, der auch in Kirchen aufgestellt wird, und unsere Tages- und Monatsnamen zum größten Teil heidnischen Ursprungs. Alternativ könnte man sagen "vor-christlich", doch das tut kaum jemand – falls überhaupt darüber geredet wird.

Neuheiden in den USA (evtl. längere Ladezeit)

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